Unternehmensberatung im Gesundheitswesen

Einen wichtigen ökonomischen sowie gesellschaftlichen Beitrag leistet in jedem industrialisierten Land das Gesundheitswesen. Sowohl in der Prävention wie auch der Therapie und Forschung haben sich pharmazeutische Industrie, Krankenhäuser, Ärzte und Therapeuten in Heiberufen eine zentrale politische und strukturelle Rolle erarbeitet. Da im Gesundheitssystem der Wettbewerb nur sehr eingeschränkt funktionsfähig ist, sind die spezifischen Gegebenheiten bei der individuellen Gestaltung des Unternehmenserfolges zu beachten. Genau hier können die gezielten Supportanstrengungen einer Unternehmensberatung wichtige Dienste leisten.

Gesundheit beschäftigt wie kaum ein anderes Thema die Menschen. Sie ist ein entscheidender Baustein für die Gestaltungsfähigkeit unseres Lebens. Die Produktion des Gutes Gesundheit ist dabei vielfältigen Schwierigkeiten ausgesetzt, auf deren Erläuterung hier nur teilweise eingegangen werden kann. Ziel dieser Arbeit ist die Darstellung der Entwicklung und derzeitigen Situation des deutschen Gesundheitswesens, wobei die Struktur und Finanzierung, die medizinischen Leistungserbringer und deren Vergütung schwerpunktmäßig aus dem ökonomischen Blickwinkel betrachtet werden. Nach der kurzen Darstellung des britischen, schweizerischen und französischen Gesundheitssystems werden in einem abschließenden Vergleich gewisse Gemeinsamkeiten und Unterschiede, sowie daraus resultierende Reformoptionen für Deutschland beschrieben.
Aufgrund der nahezu unüberschaubaren Datenfülle, die zu den meisten Gesundheitswesen der Industrienationen verfügbar ist, musste eine Beschränkung auf einige (wenige) Daten erfolgen. Gewisse Bereiche des Gesundheitswesens, wie die Zahnmedizin, die Sonderstellung der Psychologie und Psychiatrie im Gesundheitssystem, Pflege- und Rehabilitationsleistungen, Ausbildung der Leistungserbringer und ähnlich spezifische Teilbereiche bleiben weitgehend oder ganz ausgeklammert. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass hier nicht oder nur beiläufig aufgeführte Fakten und Daten jedweder gesundheitsökonomischer Relevanz entbehren. In den jeweils benutzten Literaturquellen finden sich häufig tiefgreifendere Darstellungen zu den einzelnen Punkten, welche dem interessierten Leser zum Nachschlagen empfohlen seien.
Zu den Daten bleibt noch zu bemerken, dass verschiedene Quellen (etwa die WHO und die OECD) zu teils unterschiedlichen Daten für dieselbe Kennzahl (beispielsweise die Lebenserwartung in Jahren oder Gesundheitsausgaben eines Landes) kommen. Daher sind in den nachfolgend verwendeten Quellen teilweise heterogene Datenbestände vorhanden. Für die gezogenen Schlussfolgerungen sollte jedoch die Unterschiedlichkeit der einzelnen Quellen zumeist nicht bedeutsam sein.

Nachfolgend stellen wir das deutsche Gesundheitssystem kruz vor und betrachten es im Kontext der europäischen und internationalen Partner. Auch die ökonomische Wertmessung ist hierbei von fundamentaler Bedeutung.