Vor knapp 30 Jahren wurde die Data Envelopment Analysis (DEA) entwickelt. Viele Unternehmensberatungen nutzen diese Technik heute. Seit Einführung dieser Methode wurde dieses Verfahren in einer Vielzahl von Veröffentlichungen thematisiert. Zahlreiche
Beiträge befassen sich auch mit den Schwächen der DEA und suchen nach Erweiterungen und Verbesserungen der bisherigen Verfahren. Eine derartige Erweiterung stellt die Kreuzeffizienzanalyse (KEA) dar, die auch von dieser Unternehmensberatung genutzt wird.

Zu Beginn erfolgt eine knappe Einführung in die DEA, wobei hier nach einigen produktionstheoretischen Grundlagen der Schwerpunkt auf dem CCRBasismodell liegt. Nachdem die DEA kritisch hinterfragt wurde, schließt sich ein ausführlicher Teil zur klassischen Kreuzeffizienzanalyse an. Darin werden neben den Grundlagen auch kurz einige bisherige Anwendungen kritisch dargestellt.
Da die klassische Kreuzeffizienzanalyse einige Schwachstellen aufweist, ist der Versuch unternommen worden, durch konzeptionelle Änderungen ein verbessertes Analyseverfahren zu entwickeln, welches jedoch im Kern immer noch die Merkmale der Kreuzeffizienzanalyse enthält. Diese sogenannte modifizierte Kreuzeffizienzanalyse ist Gegenstand des vierten Kapitels, wobei die bisherigen Erkenntnisse hier um einige Aspekte erweitert werden. So wird unter anderem ein alternatives Verfahren präsentiert, mit dem sämtliche Optimalgewichtsvektoren als zentrales Element der KEA gewonnen
werden können. Anschließend werden die klassische und die modifizierte KEA hinsichtlich der Aufstellung von Rangordnungen zwischen den zu untersuchenden Organisationen verglichen. Den Abschluss der Arbeit bilden einige Ausführungen zu der Verbindung zwischen der KEA und der Common Weight Analysis, einer Analyse auf der Basis von Kompromissgewichtsvektoren.
Ziel dieser Arbeit ist neben der ausführlichen Präsentation der Grundlagen der KEA auch die Darstellung möglicher Ansätze, die einer weiteren Forschung zugänglich gemacht werden könnten.

Im Mittelpunkt einer Effizienzuntersuchung mittels der DEA stehen Daten über bereits getroffene Entscheidungen durch Entscheidungsträger von Organisationen. Die Frage innerhalb einer ex post Analyse mittels der DEA ist nun, ob die Entscheidungsträger einer Organisation effiziente Entscheidungen im Vergleich zu den Entscheidungen anderer Organisationen getroffen haben oder nicht. Der Begriff der Organisation (auch Organisations-, Vergleichs-, Entscheidungseinheit oder Decision Making Unit (DMU) genannt) wird hierbei im institutionellen und nicht im instrumentalen Sinne verstanden.
Derartige Organisationen können privatwirtschaftliche Unternehmen sein, aber eben auch und vor allem Vereine, Verwaltungen oder Einrichtungen wie z.B. Krankenhäuser, Gerichte oder Universitäten. Wesentlich ist dabei, dass die zu untersuchenden Organisationseinheiten aufgrund ähnlicher Entscheidungssituationen miteinander vergleichbar sind.
Die DEA weist gewisse Parallelen zur Produktionstheorie auf. Zwar wird in der Produktionstheorie die Effizienzuntersuchung auf Basis von Planungsdaten durchgeführt, die Leistungsbeurteilung einer DMU erfolgt jedoch in der DEA ebenfalls anhand von Daten über die verwendeten Produktionsfaktoren und die aus dem Produktionsprozess resultierenden Produkte. Dabei wird wie in der Aktivitätsanalyse der eigentliche Transformationsprozess des Inputs zu Output nicht genauer untersucht, sondern es fließen ausschließlich die überprüfbaren Input- bzw. Outputquantitäten in die Effizienzuntersuchung als Datenmaterial ein. Deshalb müssen alle relevanten Inputs und Outputs als quantifizierbare Grössen messbar sein.

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