Was gehört in einen Businessplan

Als Existenzgründer sollte ein Plan aufgestellt werden, der das Vorhaben wiederspiegelt. Dies erleichtert den Aufbau des Unternehmens und erhöht die Übersicht im Rahmen der Existenzgründung. Je umfassender der Businessplan ist, desto besser ist der Selbstständige auf potentielle Risiken und Chancen vorbereitet und kann entsprechend reagieren. Die folgende Übersicht stellt eine konzeptionelle Gliederung für einen Businessplan dar:

1. Grundlegendes

  • Name des Gründers/Namen der Gründer?
  • Name des geplanten Unternehmens?
  • Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens?
  • Auf welchem Weg gelangt das Angebot an die Kunden?
  • Ab wann soll es losgehen? Der Startzeitpunkt des Unternehmens
  • Besonderheiten am Angebot? Was ist das Alleinstellungsmerkmal?
  • Welcher Kapitalbedarf wird für das Vorhaben im ersten Jahr veranschlagt?
  • Welcher Kapitalbedarf wird für das Vorhaben im zweiten und dritten Jahr veranschlagt?
  • Umsatzpotential auf kurze und lange Sicht?
  • Ist eine Abhängigkeit, z.B. von Großkunden gegeben?
  • Ist eine Abhängigkeit, z.B. von Lieferanten gegeben?
  • Mit welchen Bedürfnissen und Problemen haben Ihre Kunden zu kämpfen? Was benötigen die Kunden genau von Ihnen?

2a. Die Geschäftsidee

  • Welchen Sinn/Zweck verfolgt das Vorhaben? Beschreiben Sie die Geschäftsidee möglichst präzise.
  • Worin besteht die Besonderheit der Geschäftsidee? Was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal (Unique selling proposition)?
  • Welche Ware, welche Dienstleistungen sollen offeriert werden?
  • Auf welchem Stand der Entwicklung befindet sich das Produkt oder die gebotene Leistung?
  • Mit welchen kurz-, mittel- und langfristigen Unternehmenszielen wird geplant?
  • Welche Gewinnmargen haben Sie kalkuliert?
  • Welche Hürden (Wettbewerb, Marketing, Mitarbeiterrecruiting etc.) müssen vor dem Beginn noch genommen werden?
  • Wann steht die Ware zur Vermarktung bereit?
  • Welche Marketingstrategie verfolgen Sie?
  • Wird E-Commerce eine Rolle spielen?
  • Sind noch gesetzliche Formalitäten, wie Genehmigungen, einzuholen?
  • Wann soll die Produktion oder Dienstleistung beginnen?
  • Wird eine Unternehmensberatung für die Planung intengiert?

2b. Komplexe Vorhaben, Innovationen

  • Wie viele und welche Entwicklungsschritte müssen noch durchgeführt werden?
  • Für wann ist die Test-Serie geplant und in welchem Umfang soll sie gefahren werden?
  • Ist ein Testverfahren geplant? Wer führt es durch? Sind externe Berater notwendig?
  • Sind noch technische oder rechtliche Zulassungen (Bauamt, Gesundheitsamt) notwendig?
  • Wurden bereits Gebrauchsschutz- oder Patentrechte beantragt? Ist dies noch nötig?
  • Wird ein Patentierungsverfahren angestrebt? Für wann wird der Abschluss des Patentierungsverfahrens erwartet?
  • Wie sieht eine ideale Entwicklung im technischen Bereich aus?
  • Sind qualifizierte Mitarbeiter ausreichend an das Unternehmen gebunden?

3. Über die Gründerperson(en)

  • Über welche Qualifikationen, Ausbildungen, Erfahrungen und Zulassungen verfügen Sie? Welche Erfahrungen haben Ihre Teilhaber?
  • Wie ist die persönliche Beziehung zwischen den Existenzgründern? stabil? vertrauensvoll?
  • Was stört Sie an ihren Mitgründern?
  • Gibt es bestehende Branchenkenntnisse? Welche?
  • Welche kaufmännischen Fähigkeiten sind bei den Existenzgründern vorhanden?
  • Wurden spezielle Schulungen etwa bei einer Unternehmensberatung belegt?
  • Liegen besondere Stärken oder Begabungen vor?
  • Sind Schwächen vorhanden? Werden sie ausgeglichen?

4a. Marktgeschehen und Wettbewerb – Kunden

  • Wer sind die Kunden?
  • Welche Zielgruppe (Alter, Geschlecht, Beruf, Einkommen…) wird angesprochen?
  • Wo sind die Kunden?
  • Gibt es bestehende Referenzkunden? Wenn ja, welche?
  • Besteht eine Abhängigkeit zu Großkunden?
  • Über welche Probleme und Bedürfnisse klagen die Kunden?
  • Gibt es Marktanalysen bezüglich der Kundenwünsche?
  • Wie kundenfreundlich ist ihre Dienstleistung, ihr Produkt?

4b. Marktgeschehen und Wettbewerb – Standort

  • Wo wird das Angebot offeriert?
  • Warum wird das Angebot dort offeriert?
  • Wie ist die Infrastruktur an dem/ den Standort(en)? Gibt es ausreichend Mitarbeiter und ist deren Anfahrt unproblematisch?
  • Ist der Standort kundennah und kundengerecht?
  • Gibt es Nachteile des Standortes? Wenn ja, welche?
  • Können bestehende Nachteile ausgeglichen werden?

4c. Marktgeschehen und Wettbewerb – Konkurrenz

  • Gibt es Marktstudien über die Konkurrenzlage?
  • Arbeiten auch andere Unternehmen oder Existenzgründer in Ihre Richtung?
  • Wer sind die Konkurrenten?
  • Gibt es direkte und indirekte Konkurrenten?
  • Über welche Schwächen verfügt Ihr Unternehmen im Vergleich mit der Konkurrenz?
  • Können diese Schwächen ausgeglichen werden? Wenn ja, wie?
  • Wie ist die Kundenzufriedenheit bei den Wettbewerbern?
  • Wobei handelt es sich um die Stärken der Konkurrenz?
  • Wobei handelt es sich um die Schwächen der Konkurrenz?
  • Was verlangt die Konkurrenz für Ihre Produkte/Dienstleistungen?

5a. Marketing – Angebot

  • Warum sollten die Kunden gerade Ihre Leistung beziehen wollen?
  • Welchen Nutzen können etwaige Käufer aus Ihren Produkten/Leistungen ziehen?
  • Welche Vorteile werden gegenüber der Konkurrenz geboten?
  • Welche Innovationen bzw. Neuerungen technischer Art bieten Sie und welche möchten Sie noch anbieten?
  • unterliegt ihr Angebot spezifischen Gefahren (Verderblichkeit, Kopierfähigkeit etc.)

5b. Marketing – Werbung

  • Welche Werbekanäle möchten Sie nutzen?
  • Möchten Sie mit einer Werbeagentur / Unternehmensberatung in diesem Aspekt zusammenarbeiten?
  • Wodurch erfahren potentielle Käufer von Ihrem Produkt/Ihrer Leistung?
  • Wann und welche Maßnahmen der Werbung sind eingeplant?
  • Wie kontrollieren Sie den Erfolg ihrer Werbemaßnahme?

5c. Marketing – Preis

  • Wird eine bestimmte Preisstrategie verfolgt? Wenn ja, warum?
  • Wie hoch soll der Angebotspreis für die Ware/Dienstleistung sein?
  • Wo liegen die Stückkosten, wo die Fixkosten?
  • Wie wurde der Preis kalkuliert?
  • Sind Rabattaktionen geplant?
  • Sind Einstiegspreise geplant?
  • Wie ist das Preisgefüge der unmittelbaren Konkurrenz

5d. Marketing – Vertrieb

  • Welche Absatzmärkte werden anvisiert?
  • Welche rechtlichen Vorschriften sind im Kontext Vertrieb zu beachten?
  • Welches Volumen wird im welchen Zeitraum zum Absatz eingeplant?
  • Welche Partner sind für den Vertrieb notwendig?
  • Entstehen Kosten für den Vertrieb? Wenn ja, welche und wie hoch sind sie?
  • Arbeiten Sie mit Vertriebsexperten?

6. Organisatorisches
Hier stellen Sie bitte die nachfolgenden Fakten zusammen:

  • Vorstellung des Unternehmens (Planung)
  • Sinn und Zweck des Geschäftes
  • Datum der Gründung
  • sämtliche Gesellschafter und Geschäftsführer
  • Anzahl der Mitarbeiter
  • Hirachie der Mitarbeiterschaft
  • Wird Betriebsrat gegründet?
  • Hauptsitz und Nebensitze
  • strategische Verbindungen zu Kooperationspartnern und Wettbewerbern
  • Welche Patente, Lizenzen, Rechte und Verträge liegen vor
  • Anmeldungen beim Finanzamt, Gewerbeamt, Gewerbeaufsichtsamt etc.
  • Welche Unternehmensphase wird derzeit durchlaufen (Entwicklung, Gründung, Einführung, Wachstum)?
  • Wurde bereits ein Organigramm – Projektmanagent erstellt? Wenn nein, dann sollte dies nachgeholt werden. Angaben zu sämtlichen Führungspersonen dürfen nicht fehlen (Zugehörigkeit, Qualifikation, Ausbildung, Alter…).

7. Mitarbeiter

  • In welchem Zeitraum sind wie viele Mitarbeiter eingeplant?
  • Welche Abstufungen zwischen den Mitarbeitern sind vorgesehen?
  • Über welche Kenntnisse und Qualifikationen sollten die Mitarbeiter verfügen?
  • Woher werden die Mitarbeiter rekrutiert? Arbeitsagentur, Private Personalvermittlungen etc.
  • Sind weitere Schulungsmaßnahmen für die Mitarbeiter erforderlich?
  • Welche besonderen Schutzvorschriften für Mitarbeiter müssen eingehalten werden?
  • Wird ein Qualitätsmanagement eingeführt?

8. Rechtsform des Unternehmens

  • Gibt es eine Auswahl bei der Rechtsform? Für welche wurde sich entschieden?
  • Warum wurde diese Rechtsform gewählt?
  • In welchem Land ist der Geschäftssitz und warum?
  • Mit welcher Gesellschafterstruktur wird geplant und wie werden die Anteile zwischen den Gesellschaftern aufgeteilt?
  • Wurde an eine steuerliche Optimierung gedacht?
  • Wird bei der Rechtsform Rücksicht auf die Gesellschafter genommen?
  • Bei Kapitalgesellschaften: Liegen sämtliche Eintragungen (Handelsregister etc.) vor oder werden noch nachgeholt?

9. Risiken und Chancen
Seien Sie kritisch zu sich und ihrem Unternehmen. Nur so kann auch sichergestellt werden, dass Sie die Möglichkeiten und Risiken rational einschätzen.

  • Welche fünf Chancen bestehen, die das Unternehmen positiv beeinflussen können?
  • Welchen ökonomischen Vorteil bieten die Chancen?
  • Welche fünf Risiken bestehen, die das Unternehmen negativ beeinflussen können?
  • Wie wird etwaigen Risiken begegnet? Gibt es ein Risikomanagement?
  • Wie wird das Risiko auf evt. bestehende Unternehmen oder Unternehmensteile aufgeteilt?
  • Sind Absicherungen gegen die Risiken geplant? (Versicherungen etc.)

10a. Finanzen – Kapitalbedarf

  • Welche Anschaffungen und Investitionen müssen getätigt werden?
  • Wie hoch sind deren Kosten vor dem Start des Unternehmens?
  • Auch welche Investitionen kann zur Not vorerst verzichtet werden? Gibt es eine Rangfolge der Investitionen?
  • Wurde an eine Liquiditätsreserve in der Anlaufphase gedacht? Wie hoch ist diese?
  • Sind mögliche Sonderkreditrahmen verhandelt worden? Besteht die Möglichkeit kurzfristig das Eigenkapital zu erhöhen?
  • Wurden Kostenvoranschläge eingeholt, anhand derer die Investitionsplanung belegt werden kann?

10b. Finanzen – Liquiditätsplan

  • Wurden die Höhe der monatlichen Einnahmen geschätzt?
  • Auf welche Höhe beläuft sich die Schätzung auf 2 Jahre verteilt?
  • Welche Höhe werden die monatlichen Kosten erreichen (Miete, Personal, Fahrzeuge…)?
  • Welche Kosten für Investitionen werden im ersten Jahr anfallen? Wie hoch sind diese?
  • Welche Sonderausgaben könnten noch anfallen?
  • Sind alle Versicherungen im Plan enthalten?
  • Welche Höhe wird die Finanzierung mtl. einnehmen (Tilgungen und Zahlung der Zinsen)?
  • Welche Liquiditätsreserve verbleibt?

10c. Finanzen – Finanzplan

  • Gibt es Förderprogramme? Werden diese in Anspruch genommen?
  • Welche Höhe nimmt das Eigenkapital ein?
  • Ist die Eigenkapitaldecke belastbar?
  • Welche Höhe nimmt das Fremdkapital ein?
  • Wie wahrscheinlich ist ein Gläubigerausfall?
  • Gibt es Sicherheiten, die für Kredite angegeben werden können? Welche?
  • Welche Kapitalgeber kommen für eine Beteiligung in Frage?
  • Sind stille Gesellschafter vorhanden oder wird damit geplant?
  • Können/sollten bestimmte Objekte geleast werden? Welche und zu welchen Konditionen?

10d. Finanzen – Erträge und Rentabilität

  • Auf welchen Umsatz schätzen Sie Ihre Unternehmung in den nächsten drei Jahren?
  • Welchen Marktanteil möchten Sie in den nächsten drei Jahren erreichen?
  • Welche variablen Kosten pro Jahr und welche fixen Kosten pro werden für die nächsten drei Jahre erwartet?
  • Welcher Gewinn vor Steuern wird wahrscheinlich innerhalb der nächsten drei Jahre erwirtschaftet?
  • Wie hoch dürfte die steuerliche Belastung sein?
  • Welcher Gewinn nach Steuern ergibt sich?
  • Welcher Gewinn je Gesellschafter ergibt sich?
  • Welche Lebenshaltungskosten haben die Gesellschafter und können Sie diese durch den Gewinn decken?

11. Benötigte Unterlagen

  • Lebenslauf – in tabellarischer Form
  • persönliche Urkunden, Qualifikationsnachweise
  • Entwurf eines Gesellschaftervertrages
  • Entwurf von Kooperationsvertrag oder Verträgen
  • Entwurf von Leasingvertrag oder Verträgen
  • Entwurf von Mietvertrag oder Verträgen
  • Entwurf von Pachtvertrag oder Verträgen
  • Kennzahlen die Branche betreffend (Marktanteil, Wettbewerberanzahl etc.)
  • Übersicht über sämtliche Sicherheiten und erhaltene Kredite
  • ggf. polizeiliche Führungszeugnisse
  • Analysen des Marktes
  • Gutachten (z.B. Umweltverschmutzung, Entsorgung, Rechtslagen)
  • Schutzrechte, Patente

Bitte beachten Sie, dass obwohl die Aufstellung des Muster-Businessplans sehr umfangreich ist, diese nur ein Anhaltspunkt sein kann. In aller Regel müssen spezifische Fragestellungen mit aufgenommen werden, um den Businessplan für die Bedürfnisse Ihrer Existenzgründung optimal zu formen. Hierzu empfehlen wir Ihnen die Erfahrung unserer Consultants unserer Unternehmensberatung, die gerne mit Rat und Tat Ihnen zur Seite stehen.