Die Berechnung des Kapitalbedarfs

Eine Existenzgründung benötigt vor allem erstmal eines – Geld. Ohne die entsprechenden Zahlungsmittel lassen sich nur die wenigsten Unternehmungen gründen. Um die Höhe des nötigen Kapitals festzustellen, wird eine Kapitalbedarfsplanung durchgeführt. Diese ist Bestandteil eines jeden, professionellen Businessplans. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Existenzgründung aus Eigenkapital oder über Verbindlichkeiten finanziert wird.

Eine korrekte Planung ist wichtig, um alle Eventualitäten einzuschließen. Etwaige Darlehen zur Existenzgründung können meist nur vor der Gründung beantragt werden. Dies ist ein weiterer Grund, warum eine exakte Organisation notwendig ist. In eine Kapitalbedarfsplanung gehören folgende Punkte:

  • Benötigtes Kapital vor der Gründung
  • Anteile der Fremdfinanzierung und Eigenfinanzierung des Kapitalbedarfs
  • Benötigtes Kapital während der Starterphase (in der Regel im 1. und 2. Jahr)
  • Benötigtes Kapital zur Sicherung des eigenen Lebensunterhalts und für die Familie
  • tragfähiges Finanzierungmodell des Kapitalbedarfs
  • Sensitivitätsanalysen für Abweichungen von den Planzahlen

Kosten vor der Gründung können Beratungs- oder Notarkosten sein, die etwa bei Inanspruchnahme der Dienste von Unternehmensberatern und Unternehmensberatungen anfallen. Auch für die Anmeldungen und Genehmigungen können Gebühren anfallen. Ein Gründungsberater hilft bei der Feststellung der genauen Kosten. Damit das Unternehmen im Anschluss auch gut anläuft, sind weitere Investitionen nötig. Der Erwerb von Lizenzen, Gebäuden und Grundstücken sowie Maschinen, Fahrzeuge, Einrichtungsgegenstände und sonstiges Umlaufvermögen muss geplant werden.

Zum Umlaufvermögen gehören die Waren, der Vertrieb, aber auch das Personal und die Verwaltung. Diese Kosten müssen später durch die Einnahmen gedeckt werden, die bei der Anlaufphase noch nicht vorhanden sind. Im Bereich der Vorfinanzierung ist meist mit vier bis sechs Monaten zu rechnen.

Zunächst ist die Höhe der Kosten für Investitionen festzustellen. Diese können in eine langfristige und eine kurz- und mittelfristige Betrachtung unterteilt werden. Reserven sollten ebenfalls eingeplant werden. Laufende Kosten und Kosten der Gründung sind ebenfalls nicht zu vernachlässigen. Daneben sollte sich jedoch auch überlegt werden, wie eingespart werden kann. Vergleiche von Anbietern, potentielles Leasing, die Einstellung und Beschäftigung freier Mitarbeiter, Kooperationen mit anderen Unternehmern, Energieeinsparung und die Berücksichtigung von Dienstleistungsunternehmen sollten dabei in Betracht gezogen werden.

Einer der wichtigsten Faktoren, welcher auf keinen Fall vernachlässigt werden darf, ist der eigene Lebensunterhalt. Die Planung sollte daher eine Kalkulation beinhalten, die berechnet, wie viel verdient werden muss, um davon leben zu können. Eine großzügige Kalkulation, die auch Krankheiten, Unfälle und diverse Neuanschaffungen und Reparaturen mit einschließt, ist durchzuführen. Natürlich müssen vorerst die Kosten für die Finanzierung des Unternehmens und der Mitarbeiter gedeckt sein.

Für eine Kapitalbedarfsplanung sollten Sie unbedingt auf die Erfahrung einer kompetenten Unternehmensberatung zurückgreifen, damit Sie hier über verlässliche und werthaltige Zahlen verfügen. Nur so macht eine Planung letztenendes auch Sinn.