EZB braucht mehr Grundkapital von Mitgliedsstaaten

Es ist ein bislang einmaliger Vorgang in der Geschichte der Europäischen Zentralbank (EZB). Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters benötigt die EZB mehr Grundkapital, welches die nationalen Notenbanken bereitstellen sollen.
Hintergrund dieser überraschenden Ankündigung ist möglicherweise, dass die EZB mit den angekauften Staatsanleihen von Griechenland, Portugal und Irland mit Verlusten rechnet, so dass die Zahlungsfähigkeit bestehen bleibt.
Derzeit beträgt das Grundkapital der EZB 5,8 Mrd. Euro. Die Bilanzsumme beläuft sich jedoch auf 1916 Mrd. Euro, worin 72 Mrd. Euro für die Staatsanleihen der Euroländer enthalten sind, die massive Schwierigkeiten aufzuweisen haben.
Zwar hat die EZB noch Rücklagen im Umfang von 78,2 Mrd. Euro, dennoch hat der EZB Rat um eine Erhöhung von 10 Mrd. Euro wohl gebeten.
Kritiker werden in der Grundkapitalerhöhung ihre Befürchtungen bestätigt sehen. Trotz massiver Stützungskäufe der EZB hat sich nämlich die Euro-Schuldenproblematik bislang nicht entspannt. Experten sehen hierfür auch aktuell keine Grund, solange die Fundamentaldaten sich nicht deutlich verbessern. Angesichts der enormen Staatsverschuldung in Irland oder einer Arbeitslosenquote von 20 Prozent in Spanien gibt es allerdings derzeit keine Entwarnung.

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